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Jedem, der
sich mit dem Gedanken trägt, einen Hund
in sein Leben aufzunehmen, empfehlen
wir, die Geschichte am Ende dieser Seite
zu lesen. Es ist "nur" eine Geschichte,
aber für unzählige Hunde auch Realität.
Gleich zur
Geschichte... |
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Inhaltsverzeichnis |
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| Tierschützer empfehlen:
Den Hund nicht lange im geparkten Auto lassen
Tasso-Pressemitteilung vom 21.05.2008
(www.tasso.net):
Auch wenn draußen die Temperaturen
noch eher frühlingshaft als sommerlich
sind: Im geparkten Auto kann bei prallem
Sonnenschein das Thermometer dennoch auf
mehr als 30 Grad steigen. Besonders
betroffen sind dunkel lackierte Wagen
mit großen Scheiben. Hier einen Hund für
mehrere Stunden einzusperren – wie sogar
auf Zoo-Parkplätzen empfohlen wird
(siehe Foto) – kann an Tierquälerei
grenzen, so die Tierschutzorganisation
TASSO e.V.
Viele Hundebesitzer wollen ihren Vierbeiner nicht allein zu Hause lassen
und nehmen ihn im Auto mit. Auch dahin, wo Hunde nicht erlaubt sind. In
Zoos, Museen und Rummelplätzen beispielsweise. Auf dem Parkplatz wird dann
die Seitenscheibe ein paar Zentimeter heruntergekurbelt und der Hund oft für
mehrere Stunden seinem Schicksal überlassen. Was aber viele nicht bedenken:
Auch wenn der Wagen anfangs im Schatten steht, schon nach wenigen Minuten
kann sich die Situation radikal ändern. Die Sonne wandert, trifft sie das
Auto, wird es im Innenraum schnell unerträglich heiß. „Hunde schwitzen nur
ein wenig an den Pfoten“ erklärt Philip McCreight, Leiter der
TASSO-Zentrale. „Ihren Wärmehaushalt regeln sie überwiegend durch das
Hecheln.“ Doch bei Temperaturen von weit über 30 Grad würde das auch nicht
mehr helfen. „Die Tiere verlieren sehr schnell viel Flüssigkeit, das führt
zum Kollaps und schließlich zum Tod.“
McCreight empfiehlt denjenigen, die einen apathisch wirkenden, stark
hechelnden Hund in einem geparkten Auto entdecken, sofort den Besitzer
ausfindig zu machen. Beispielsweise durch einen Lautsprecher-Ausruf. Führe
dies nicht zum Erfolg, solle man die Polizei rufen. „Die wird dann
wahrscheinlich eine Scheibe des Wagens einschlagen und den Hund befreien“,
so McCreight. Die Kosten für den Einsatz müsse nach einem Urteil des
Oberverwaltungsgerichts Rheinland-Pfalz (AZ 12 A 10619/05) der Hundebesitzer
tragen. „Außerdem kann er mit einer Anzeige wegen Tierquälerei rechnen“,
gibt der TASSO-Chef zu bedenken.
Ist der Hund endlich befreit, sollte man sehr behutsam mit ihm umgehen
und ihn keinesfalls beispielsweise mit kaltem Wasser überschütten. Dr. Rolf
Wilcken von der Tierklinik Hochmoor im münsterländischen Gescher empfiehlt
feuchte Umschläge an Beinen und Pfoten. Durch die Verdunstung des Wassers
werde die Körpertemperatur des Hundes schnell gesenkt. Eiskaltes Wasser sei
auch fürs Trinken tabu. „Wenn der Hund überhaupt noch in der Lage ist,
Wasser aufzunehmen, sollte dies temperiert sein. Trinkt er gar nicht mehr,
muss er sofort zum Tierarzt, der den Flüssigkeitsverlust über Infusionen
ausgleicht“, rät Wilcken.

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| Köpfchen statt
Knöpfchen... ...das gilt auch für die
viel gepriesenen Sprühhalsbänder, die in verschiedenen Ausführungen den
Markt erobert haben. Spätestens seit uns Hundenanny Katja Geb-Mann
allwöchentlich im deutschen Fernsehen vorführt, wie jeder Hund, ganz gleich
welches Problem er seinen Haltern vermeintlich oder tatsächlich bereitet,
mit Einsatz einer Fernbedienung in das Verhalten gepresst werden kann, das
Herrchen oder Frauchen beliebt, finden die Halsbänder, die einen angeblich
völlig harmlosen Spraystoß von sich geben, steigenden Absatz.
Doch schon der gesunde Menschenverstand lässt einen
aufhorchen, wenn Hersteller und Anwender behaupten, dass der jederzeit
auszulösende Sprühstoß für den Hund „gar nicht schlimm“ sei. Da fragt man
sich doch selbst nach nur kurzem Nachdenken, wie es denn möglich sein soll,
instinktive, genetisch fixierte Verhaltensweisen wie zum Beispiel das
Jagdverhalten durch etwas zu unterdrücken, das dem Hund gar nichts
ausmacht?! Dem Hundehalter wird generös angeboten, das Gerät doch selbst mal
in die Hand zu nehmen oder um den Hals zu legen, während der Trainer den
Auslöser betätigt... und tatsächlich, so schlimm war das doch gar nicht. Ein
kurzes „Zischhhh“ mit etwas feucht-kalter Luft. „Ja“, bestätigt der
überzeugte Hundehalter, „das war gar nicht schlimm.“ Was Hersteller und
Trainer jedoch geflissentlich verschweigen (aus Unwissenheit oder in
betrügerischer Absicht?!), ist die Tatsache, dass plötzlich auftretende,
nicht eindeutig zuzuordnende Zischlaute beim Hund als Angst auslösende,
sogar lebensbedrohliche Laute abgespeichert sind, bei denen sofort die
Flucht ergriffen werden muss. Jeder kennt den Anblick eines Hundes, der sich
selbst im Körbchen `zig mal um die eigene Achse dreht, bevor er sich
schließlich gemütlich niederlegt. Es handelt sich bei dieser Verhaltensweise
um ein Erbe aus den Zeiten, in denen der Hund noch weitgehend draußen in
Freiheit lebte. Bevor er sich hinlegte, drehte er sich mehrfach im Gras oder
Laub, um die ausgesuchte Liegestelle als ungefährlich abzusichern. Sollte
beim Drehen ein Zischlaut (zum Beispiel von einer Schlange) zu hören sein,
würde er sich durch einen Sprung zur Seite in Sicherheit bringen. Biologisch
sinnvoll... und diesen genetisch fixierten, Angst auslösenden Zischlaut
bringen wir Menschen nun in den unmittelbaren Kopfbereich des Hundes! Und
drücken vielleicht gleich mehrfach das Auslöseknöpfchen, worauf der Hund
ganz leicht nicht nur in Angst, sondern sogar in Panik versetzt werden kann
– ohne die Möglichkeit, sich durch die Flucht zur retten!
Eigentlich ist dieser Umstand allein schon Grund genug,
niemals zu erlauben, dass einem uns anvertrauten Lebewesen ein solches Gerät
angetan (im wahrsten Sinne des Wortes!) wird. Es gibt aber noch mehr
Probleme:
Der Hund weiß nie, wann und vor allem warum
der Sprühstop ausgelöst wird, befindet sich also in ständiger
Erwartungsunsicherheit. Wer wissen möchte, wie sich das anfühlt, dem
empfehle ich folgendes Eigenexperiment, das nicht in Anwesenheit eines
Hundes durchgeführt werden sollte, damit dieser nicht unnötig verunsichert
wird: Bitten Sie ein Familienmitglied oder einen Freund, Sie wirklich stark
zu erschrecken, zum Beispiel durch einen lauten Schrei oder dadurch, dass er
plötzlich die Stereoanlage zu voller Lautstärke aufdreht oder zwei Töpfe
aufeinander schlägt, wenn Sie gerade überhaupt nicht damit rechnen, sich zum
Beispiel entspannt im Sessel zurücklehnen oder gerade mit Freunden Karten
spielen. Das Experiment sollte mindestens mehrere Stunden, am besten ein
oder zwei Tage dauern und der Schreckreiz sollte in dieser Zeit mehrfach
ausgelöst werden – ohne dass Sie wissen, wann dies sein wird. Sie werden
merken, dass der eigentliche Reiz, wenn er dann endlich auftritt, bei weitem
nicht so schlimm zu ertragen ist, wie die zermürbende Warterei auf ihn.
Obwohl man ihn fürchtet, wünscht man ihn schon beinahe herbei in der
Hoffnung, dann wieder eine Weile Ruhe zu haben, was aber nicht so ist, da er
kurz nach dem Auftreten ein zweites oder drittes Mal ausgelöst wird und dann
wieder stundenlang gar nicht, ganz wie es Ihrem Helfer beliebt. Keine
angenehme Vorstellung, nicht wahr?!
Aber es gibt noch weitere Probleme. Gleich mehrere
ergeben sich aus der Tatsache, dass Hunde über gedankliche Verknüpfung
lernen. Trägt der Hund das Halsband und erhält den Sprühstoß, wenn er zum
Beispiel auf mehrfachen Zuruf nicht kommt, so möchte der Mensch ihm damit
zeigen, dass er dafür mit Schreckreiz bestraft wird, dass er ungehorsam ist.
Es kann aber gut sein, dass er in genau diesem Moment zu einem kleinen Kind,
einem Jogger oder einem anderen Hund schaut – und den Strafreiz damit
verbindet. Das Ergebnis ist dann ein Hund, der noch immer nicht besser auf
Abruf reagiert, dafür aber Ängste, evtl. sogar durch die Angst ausgelöste
Aggressionen, gegen das entwickelt, was er gerade sah. Die Hundehalter sind
dann ratlos, weil ihr Hund „plötzlich“ kleine Kinder meidet oder Jogger
anknurrt, mit denen er doch bisher bestens auskam. Viele solcher Beispiele
finden sich in meiner Hundeschule ein, erst kürzlich ein Rodesian Ridgeback
Rüde, dessen Sprühhalsband immer ausgelöst wurde, wenn er zum Wildern
durchbrennen wollte. Bei diesen Spaziergängen war allerdings auch immer
seine Gefährtin, der Zweithund der Familie, anwesend. Die Halter kamen nun
nicht wegen des unerwünschten Jagdverhaltens zu mir in die Hundeschule, mit
dem sie sich inzwischen abgefunden hatten, sondern weil der Rüde seit Wochen
die Nähe der Hündin mied. Immer wenn diese den Raum betrat oder sich, so wie
früher, zu ihm kuscheln wollte, verließ er mit ängstlichem Gesichtsausdruck
das Zimmer und das konnte man sich nicht erklären... Was hatte man diesen
beiden Hunden angetan! Welche Gefühle wurden in den Tieren ausgelöst?! Der
Rüde hatte nun Angst vor seiner Gefährtin, die er früher heiß und innig
liebte, während diese nicht verstehen konnte, weshalb er, der vorher immer
leidenschaftlich mit ihr spielte und tobte, sie jetzt mied. Die gleiche
Trainerin, die den Einsatz des Sprühhalsbandes empfohlen hatte, empfahl
jetzt übrigens, einen der Hunde abzugeben, weil die Tiere sich
unterschiedlich entwickelt hätten und einfach nicht mehr gut zueinander
passen würden. Die Ängste des Rüden erklärte sie über die angeblich
dominante Ausstrahlung der Hündin. Man könnte weinen, wenn Hunden mit einem
solchen Schicksal gegenüber steht – oder es packt einen einfach nur die Wut.
Die Probleme gehen noch weiter, denn nichts
generalisiert sich bei Hunden so schnell, wie Geräuschangst. Nicht nur
dieser Rüde, sondern auch zahlreiche andere Hunde entwickeln nach Einsatz
des Sprühhalsbandes Ängste vor allen möglichen Geräuschen. Das Öffnen einer
kohlsäurehaltigen Getränkeflasche, das Zischen von heißem Fett in der
Pfanne, Knall- und Schussgeräusche, die dem Hund vorher egal waren,
versetzen ihn jetzt in Angst und Schrecken. Der oben erwähnte Ridgeback Rüde
zum Beispiel verzog sich mit eingezogener Rute unter den Tisch des
Besprechungsraums, als ich eine Wasserflasche öffnete. Dies tat ich nicht,
weil ich Durst hatte – trauriger Weise gehört es inzwischen schon fast zum
Standardprogramm beim ersten Kennenlernen und Analysieren eines mir
vorgestellten Hundes auszutesten, ob er schon mit Sprühhalsband gearbeitet
wurde und welche Wunden dies an seiner Seele hinterlassen hat. Die Halterin
war auch sehr erstaunt, als ich ihr nach dem „Flaschentest“ auf den Kopf
zusagte, dass an ihrem Hund sicher schon mit Sprühhalsband gearbeitet worden
war. Das wollte sie mir eigentlich gar nicht erzählen, weil sie schon gehört
hatte, dass ich gegen den Einsatz dieser Geräte bin. Nachdem ich sie auf die
Reaktion ihres Hundes hingewiesen hatte, war sie sehr betroffen. Und wütend,
nachdem ich ihr erklärte, weshalb ihr Rüde jetzt Angst vor der Hündin
und vor allen möglichen Geräuschen hatte. Wütend auf die Trainerin, die sie
auf diese „unerwünschten Nebenwirkungen“ nicht aufmerksam gemacht, sondern
immer erklärt hatte, wie harmlos der Einsatz des Gerätes sei. Für mich
stellt sich die Frage, ob Kollegen, die es einsetzen, um diese
Nebenwirkungen nicht wissen, oder ob sie diese bewusst verschweigen, weil
kaum jemand bereit wäre, den Einsatz zu erlauben, wenn sie bekannt wären.
Und ich stelle mir die Frage, was von beiden eigentlich schlimmer ist...
Last not least gibt es Probleme mit der Technik. Es
soll schon vorgekommen sein, dass das Gerät durch andere Funkfrequenzen oder
sogar die Fernbedienung eines in der Nähe befindlichen Halsbandes an einem
anderen Hund ausgelöst wurde. Der Strafreiz wird dann also einem Hund
verabreicht, der einfach nur herumsteht oder gerade spielt oder sonst etwas
tut. Das steigert die Erwartungsunsicherheit natürlich noch mehr und erhöht
die Trefferquote auf Fehlverknüpfungen immens. Zusätzlich löst es nicht
immer zuverlässig aus, kann zum Beispiel durch Wetterlagen mit feuchter Luft
(Nebel, Regen) verzögert oder gar nicht reagieren. Schließlich zeigt es auch
nicht an, wann die Batterie leer ist, wodurch es passieren kann, dass der
Auslöser gedrückt wird und nichts geschieht. Dann käme man durch das
Ausbleiben des Strafreizes (wenn der Hund denn überhaupt verstanden hätte,
wofür er eigentlich bestraft werden soll) in den Bereich der variablen
Bestätigung, was das unerwünschte Verhalten sogar noch verstärkt. Der Hund
würde nämlich lernen, dass er das Verhalten nur immer wieder zeigen muss,
bis er schließlich wieder zum Erfolg (in diesem Fall das Ausbleiben des
Strafreizes und die erfolgreiche Durchführung des Verhaltens) kommt.
Man kann es also drehen und wenden, wie man will:
Sprühhalsbänder sind ganz und gar nicht harmlos, im Gegenteil sogar sehr
gefährlich. Manche Hunde werden durch sie so verunsichert, dass sie in die
so genannte erlernte Hilflosigkeit fallen, was zur Folge hat, dass
sie kaum noch Aktionen zeigen oder Handlungen anbieten, weil sie in
ständiger Angst vor dem für sie unkalkulierbaren Strafreiz leben. Um diesen
Tieren – und ihren verzweifelten Haltern – zu helfen, braucht es ein meist
lang angelegtes, gut durchdachtes Training, das den Hund aus dieser
erlernten Hilflosigkeit und seinen vielfältigen Ängsten wieder herausholt.
Sprühhalsbänder gaukeln dem Hundehalter vor, mal eben
schnell per Fernbedienung eine Lösung für vermeintliche oder tatsächlich
entstandene Probleme zu haben. Aber so einfach ist das nicht. Hunde sind uns
anvertraute, fühlende und denkende Lebewesen, die nicht beliebig
manipulierbar sind und deren Lernverhalten sich von dem unseren ganz
erheblich unterscheidet. Ich kann deshalb nur dringend empfehlen, jeden
Ausrüstungsgegenstand und jede Methode, der/ die durch Hersteller
oder Trainer empfohlen wird, vor Anwendung am Hund genau zu prüfen,
sich gut zu informieren und im Zweifelsfall nach dem guten alten Motto zu
entscheiden, das auch für unsere Hunde gelten sollte: Was Du nicht willst,
das man Dir tu, das füg auch keinem anderen zu.
© Clarissa v. Reinhardt
animal learn
P.S.: Hiermit lade ich alle Hundefreunde ein, bei der
Verbreitung dieses Textes zu helfen. Ich erlaube als Autorin ausdrücklich,
ihn (vollständig und unverändert und unter Nennung der Quelle) auf anderen
Homepages zu veröffentlichen, auszudrucken und zu verteilen oder auf ihn
hinzuweisen. Je mehr Menschen um die Tücken und Gefahren des Sprühhalsbandes
wissen, je mehr Hunden bleibt dessen Anwendung – hoffentlich – erspart. Ein
herzliches DANKE an jeden, der diesen Text weiter gibt.
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Hilfe für den Hund
am Silvestertag – oder:
Ist die Menschheit verrückt geworden?!„Alle Jahre
wieder...“ kommt leider nicht nur das Christkind, sondern pünktlich eine
Woche später auch die große Knallerei. Weihnachten gilt als stilles und
besinnliches Fest, an dem es gar nicht ruhig genug sein kann, selbst unser
altes deutsches Liedgut preist die „Stille Nacht, heilige Nacht...“ , aber
nur sieben Tage später scheint die Menschheit regelmäßig verrückt zu werden.
Es kann gar nicht laut und grell genug werden – ganz gleich, einen wie hohen
Preis wir dafür zahlen.
Ebenfalls fragt sich alle Jahre wieder der gesunde Menschenverstand, wie
es sein kann, dass angesichts (ver)hungernder Menschen und Tiere, einer
kriselnden Weltwirtschaft und scheinbar nicht lösbarer Umweltprobleme, die
uns irgendwann alle miteinander mit einem ganz großen Knall ins Jenseits
befördern könnten, überhaupt ein Mensch so verrückt sein kann, Geld für
Raketen, Böller und Tischfeuerwerk auszugeben?! Ja wissen die Leut` denn
wirklich nichts besseres damit anzufangen? Für die ganz Ideenlosen wüsste
ich da ein paar Umwelt- und Tierschutzorganisationen, die um jeden Cent
dankbar wären. Auch das Frauenhaus, die Welthungerhilfe und Aktion Mensch
hätten sicher einen besseren Verwendungszweck für die Milliarden, die da
alljährlich in die Luft gepulvert werden.
Und nun möge mir bloß keiner mit der Tradition kommen! Ach, so vieles
wird unter dem Deckmäntelchen der Tradition fortgeführt, so vieles, das man
lieber bleiben lassen sollte: Der Stierkampf, die Treibjagd, Pferderennen
oder auch die Unterdrückung der Frau, die nach wie vor in vielen Ländern
dieser Erde zur guten (?) alten Tradition gehört. Na ja, manchmal ist die
Tradition halt auch mehr alt als gut und gehört einfach abgeschafft. Es
lohnt, darüber nachzudenken.
Als Tierhalterin habe ich mir die Knallerei schon als Jugendliche
abgewöhnt. Zu sehr taten mir die Hunde (und Katzen!) leid, wenn sie sich
zitternd unter der Eckbank verkrochen und tagelang nicht mehr aus dem Haus
trauten. Ich dachte an die Wildtiere, die ebenfalls voller Angst und
Schrecken flüchten und Schutz suchen vor einer nicht benennbaren und nicht
verstehbaren Gefahr.
In meiner Hundeschule mehren sich jetzt wieder die Anrufe der
Verzweifelten, die fragen, ob ich Tipps hätte, wie man mit dem geliebten
Vierbeiner die Jahreswende halbwegs schadlos übersteht. Immer wieder stellt
man mir die Frage, ob ich mich da auskenne. Oh ja, da kenne ich mich sogar
sehr gut aus, denn drei meiner sieben Hunde haben schreckliche Angst und
zwei fürchten sich zumindest etwas. Mit den folgenden, jahrelang im
Ernstfall erprobten Tipps kommen wir ganz gut über die Runden:
Die einfachste Lösung zuerst: Hauen Sie mit Ihrem Hund einfach für ein
paar Tage ab. Buchen Sie eine einsame Berghütte irgendwo im Nirgendwo. Das
müssen Sie allerdings rechtzeitig tun, denn einsame Berghütten gibt`s bei
weitem nicht so viele wie genervte Hundehalter, die diese zur Jahreswende
händeringend suchen. Reisen Sie schon ein paar Tage vor Silvester ab und
bleiben Sie auch etwas länger, denn wie wir alle wissen, beginnt die
Knallerei schon Tage vor dem ganz großen Spektakel und zieht sich auch noch
bis zum zweiten oder dritten Januar hin.
Wenn diese Lösung nicht möglich ist, wäre mein wichtigster Tipp, dass Sie
Ihrem Hund so viel Ruhe wie möglich vermitteln und durch Idolfunktion
vorleben, dass Ihnen der ganze Rummel gar nichts ausmacht. Für mich ist dies
zugegeben der schwierigste Part, denn tatsächlich könnte ich jedem, der da
draußen rumknallt, ebenfalls eine knallen – kleine Kinder, die noch nicht
wissen, was sie tun, ausgenommen.
Durch die Stimmungsübertragung beeinflussen wir unsere Hunde ganz enorm,
je gelassener Sie also sind, desto eher kann Ihr Hund sich zumindest etwas
beruhigen. Aber erwarten Sie bitte nicht, dass Ihr Hund keine Angst mehr
hat, nur weil Sie keine haben, denn ganz so einfach läuft es nicht. Es ist
etwa wie bei einem bevorstehendem Besuch beim Zahnarzt, der Ihnen große
Angst macht: Ein Partner, der Ihnen Mut zuspricht und Gelassenheit
ausstrahlt, hilft zumindest etwas – einer der glaubt, man brauche doch keine
Angst haben, weil er/ sie ja schließlich auch keine Angst hat, hilft
überhaupt nicht, sondern nervt einfach nur.
Tipp Nummer zwei steht in direktem Zusammenhang mit Tipp Nummer eins:
Haben Sie Zeit für Ihren Hund, stehen Sie ihm durch Anwesenheit zur
Verfügung und ermöglichen Sie ihm das Kontaktliegen, wenn er es wünscht.
Hierbei müssen Sie aber sehr präzise arbeiten, damit es nicht zu einer so
genannten unbewussten Bestätigung kommt. Keinesfalls heißt dies nämlich,
dass Sie Ihren Hund auf den Arm nehmen, herumtragen oder auf den Schoß
setzen sollen, während Sie ihn streicheln und in endlosen Litaneien
bedauern, denn dieses Verhalten würde die Angst Ihres Hundes nur verstärken.
Allerdings sollten Sie andererseits auch keinesfalls – wie von manchen
Trainern empfohlen – Ihren Hund ignorieren, wenn er Angst hat. Dieser Tipp,
der die oben genannte „unbewusste Bestätigung“ verhindern soll, ist weit
über das Ziel hinaus geschossen, denn wenn Sie Ihren Hund ignorieren, wenn
er Angst hat, was vermitteln Sie ihm dann?! Dass Ihnen seine Angst
vollständig egal ist und er sich an jemand anderen wenden muss, wenn er
Unterstützung und Schutz braucht – und das ist für eine gute Bindung und ein
angestrebtes Vertrauensverhältnis zwischen Hund und Halter das reinste Gift!
Deshalb haben wir seit Jahren ein Ritual eingeführt, das bestens
funktioniert:
Unser Wohnzimmer wird zu einer Liegelandschaft umgebaut. Zugegeben, bei
nur einem Hund oder zweien ist das nicht nötig, es reicht ein bequemes Sofa,
aber wir haben ja sieben... Einer von uns hält sich die meiste Zeit über auf
der „Liegewiese“ auf, meistens lesen wir oder telefonieren mit Freunden. Die
Hunde kommen ganz von selbst und suchen den Körperkontakt, wenn die
Knallerei losgeht. Sie legen sich mit hin, dürfen sich ankuscheln und unsere
Nähe spüren. Einem von ihnen hilft es besonders, wenn wir ihn mit einer
Decke so zudecken, dass nur noch sein Kopf rausschaut – er fühlt sich so
eingehöhlt sicherer. Wenn die, die besonders große Angst haben, anfangen zu
hecheln oder uns anzupföteln, reagieren wir darauf nur geringfügig und sagen
einfach nur kurz „Ist schon o.k.“ oder ähnliches und strahlen weiterhin
heitere Gelassenheit aus. Um diese Stimmung zu erzeugen, helfen übrigens
Bücher des Dalai Lama ausgesprochen gut!
Zusätzlich läuft bei uns der Fernseher in einer Lautstärke, die gut
erträglich ist, aber doch den Lärm von draußen zumindest teilweise
abmildert. Diese Geräuschkulisse kann die Knallerei natürlich nicht
übertönen, dann würden uns – und besonders unseren Hunden, deren Gehör viel
feiner ist – ja die Ohren weh tun. Aber sie verhindert eine allzu starke
Fokussierung auf die Knallgeräusche. Der besondere Tipp: Auf 3 SAT laufen
jedes Jahr ab 11.00 Uhr vormittags bis weit nach Mitternacht Mitschnitte von
tollen Live-Konzerten der vergangenen Jahre. Echte Sahnestücke der
Musikgeschichte, von Phil Collins über U2, Michael Jackson, Pink oder Tina
Turner, es ist für so ziemlich jeden Musikgeschmack etwas dabei.
Sehr hilfreich ist auch eine CD, die es als Beigabe zu dem Buch „Mit den
Ohren eines Hundes“ (sehr zu empfehlen!) gibt. Die auf ihr zu hörende Musik
wurde nach jahrelangen Forschungen auf dem Gebiet der Psycho-Akustik
arrangiert und ist speziell auf das akustische Wahrnehmungsvermögen von
Hunden abgestimmt. Sie wirkt beruhigend und wird bereits erfolgreich in
Tierheimen, Hundepensionen und Tierkliniken eingesetzt.
Sobald es am Nachmittag auch nur ansatzweise dämmrig wird, machen wir
überall im Haus das Licht an, um die von draußen kommenden Lichtreflexe zu
mildern. Sollten Sie Gardinen oder Rollos haben, sollten Sie diese
schließen. Manchmal hört man den Tipp, mit dem Hund am besten in den Keller
zu gehen, im Idealfall in einen Keller ohne Fenster. Dies ist allerdings nur
dann sinnvoll, wenn Sie das nicht ausschließlich zu Silvester tun – sonst
kann es schnell passieren, dass der Hund bereits das Heruntergehen in den
Keller fürchtet, weil es für ihn in direktem gedanklichen Zusammenhang mit
der Knallerei steht. Sollten Sie aber eine Art eingerichteten Hobbyraum
haben, den Sie regelmäßig nutzen, kann es tatsächlich hilfreich sein,
Silvester dort unten zu verbringen, bis gegen 2.00 oder 3.00 Uhr nachts
zumindest die schlimmste Knallerei vorbei ist.
Die Gassi-Runden reduzieren wir auf kurze Gänge in der Nähe des Hauses,
damit die ängstlichen Hunde das Gefühl haben, jederzeit auf dem schnellsten
Weg wieder nach Hause zu können. Ist „die Fluchtburg“ in kürzester Zeit
erreichbar, fühlt sich so mancher Hund zumindest etwas besser. Wenn Sie
einen Garten haben, können Sie das Rausgehen auch auf diesen beschränken.
Wir gehen am 31. Dezember immer eine ganz lange Runde sehr früh am Morgen,
so gegen 6.00 Uhr – da ist es noch weitgehend ruhig. Danach bleiben wir mit
den ängstlichen Hunden auf unserem Grundstück.
Wenn Sie einen Hund haben, der in Panikattacken verfällt, wenn er es –
selbst in größerer Entfernung – knallen hört, dann führen Sie ihn an den
Tagen rund um Silvester mit doppelter Leinensicherung und bleiben Sie in der
Nähe Ihres Hauses oder Ihres offen stehenden (!) Autos, denn für diese Hunde
ist das Erreichen „der Fluchtburg“ eine Frage des Überlebens.
Von der häufig empfohlenen Gabe von Medikamenten möchte ich dringend
abraten! Zunächst einmal ist wichtig zu wissen, dass jedes Psychopharmaka
eine so genannte Umschlagwirkung zeigen kann. Das bedeutet in diesem Fall,
dass der Hund nicht beruhigt, sondern ganz im Gegenteil, jetzt erst richtig
hoch gefahren wird. Der Kreislauf wird aktiviert, der Puls rast wie
verrückt, der Hund kommt nicht mehr zur Ruhe und der so gestresste
Organismus nimmt die Außenreize durch die Adrenalinausschüttung noch stärker
wahr. Vor ein paar Jahren wurde ich am Silvesterabend von einer völlig
verzweifelten Hundehalterin angerufen, bei deren Eurasierer-Rüden genau das
passiert war. Der Hund drehte völlig durch, speichelte, raste fieberhaft
nach Unterschlupf suchend durch das Haus und war kaum noch ansprechbar. Die
Tierärztin, die das Mittel verschrieben hatte, empfahl am Telefon, den Hund
in die Praxis zu bringen, was vollkommen ausgeschlossen war für die
Halterin, weil er sich nicht einmal mehr anfassen ließ, ohne deutlich
drohend zu fletschen – was er übrigens sonst nie tat! Als ich nach
halbstündiger Fahrt dort ankam, war der Hund bereits so durchgedreht, dass
ich einen Kreislaufkollaps befürchtete. Uns blieb also nichts anderes übrig,
als uns auf den Hund zu stürzen, ihn – halb im Würgegriff – ins Auto zu
zerren und in die Klinik meines Vertrauens zu bringen. Dort wurde er in
Narkose gelegt, um ihn erst einmal ruhig zu stellen. Dann wurde er an den
Tropf gehängt, um die Wirkstoffe in seinem Körper möglichst schnell
auszuschwemmen. Es dauerte mehr als 14 Tage, ehe dieser Hund sich halbwegs
erholt hatte und sein Frauchen und mich wieder vertrauensvoll an sich heran
ließ. Er war damals fünf Jahre alt und ich kannte ihn seit seiner
Welpenzeit. Er hatte uneingeschränktes Vertrauen zu mir und seiner Halterin
bis zu diesem Abend gehabt...
In einem anderen Jahr rief mich am 05. Januar eine Dame an, deren Hund
sich seit Silvester völlig verändert hatte. Er zitterte, sobald er nur
angesprochen wurde und reagierte extrem auf jegliche Außenreize, die mit
Geräuschen oder Licht zu tun hatten. Er flüchtete zum Beispiel in Panik
unter den Küchentisch, als vor dem Haus die Straßenlaterne anging. Beim
Beratungsgespräch stellte sich dann heraus, dass auch dieser Hund auf
Anraten eines befragten Tierarztes Medikamente verschrieben bekommen hatte.
Er wählte ein Mittel aus, dass hauptsächlich auf der Basis eines Muskelrelaxans wirkte, das Bewusstsein aber kaum beeinflusste. Im Klartext
bedeutete dies, dass dieser arme Hund, der schon immer große Angst vor
Silvester hatte, alles um sich herum mitbekam, aber unfähig war, sich zu
bewegen. Gefangen im eigenen Körper konnte er weder hecheln, noch
herumlaufen oder sich verkriechen, so wie er es sonst immer getan hatte. Die
Folgen waren fatal – dieser Hund erlitt ein Trauma, von dem er sich nie mehr
richtig erholte. Er hatte für den Rest seines Lebens Probleme und die
Halterin verfluchtete den Tag, an dem er das „Beruhigungsmittel“ bekommen
hatte.
Ich könnte noch einige solcher Beispiele nennen, die ich im Laufe der
Jahre miterlebt habe. Es waren weit mehr als nur diese beiden und aus diesem
Grund würde ich die Gabe von Medikamenten nicht empfehlen. Ich kenne keinen
einzigen Hund, der sich nicht über kurz oder lang wieder erholt hätte nach
der Knallerei – aber einige, die durch Medikamentengabe traumatisiert
wurden. Selbst-verständlich gibt es auch Hunde, die die Medikamentengabe gut
vertragen – nur weiß man vorher nicht, ob es so sein wird und mir ist das
Risiko für die mir anvertrauten Tiere definitiv zu groß, falls es nicht so
sein sollte.
Hingegen macht eine Kollegin von mir recht gute Erfahrungen mit der Gabe
von Bach-Blüten. Suchen Sie sich einen seriösen Therapeuten, der eine
individuelle Mischung für Ihren Hund zusammenstellt. Die im Handel
erhältlichen, fertigen Mischung möchte ich Ihnen nicht empfehlen, da sie der
eigentlichen Lehre Bach`s und seinem Verständnis über die Wirkung der
Blütenmittel nicht entsprechen. Eine Umschlagwirkung ist hier nicht bekannt,
es soll aber nicht verschwiegen werden, dass es in seltenen Fällen zu einer
Erstverschlimmerung der Symptome kommen kann, ähnlich wie wir sie aus der
Homöopathie kennen. Sollte diese gerade an Silvester auftreten, wäre das
natürlich fatal. Deshalb ist eine vorherige Gabe zum Ausprobieren empfohlen.
Einigen Hunden hilft auch der D.A.P.-Stecker recht gut, der im Fachhandel
erhältlich ist. D.A.P. ist die Abkürzung für Dog Appeasing Pheromone. Diese
Pheromone sind Duftstoffe, die eine Mutterhündin während der Laktationsphase
zwischen der Milchleiste absondert und die beruhigend auf die Welpen wirken.
Man fand heraus, dass diese Wirkung auch noch bei erwachsenen Hunden
eintritt und schließlich gelang es, diese Pheromone zu synthetisieren.
Steckt man nun diesen Stecker in die Steckdose, wird der Geruch der
Pheromone ausgeströmt. Wichtig ist hierbei allerdings, dass Sie dem Hund die
Gelegenheit geben, den Raum zu verlassen, wenn er das wünscht, denn nicht
alle Hunde mögen diesen Geruch und nicht auf alle wirkt er beruhigend!
Beobachten Sie Ihren Hund, ob er sich freiwillig in die Nähe des Steckers
begibt und tatsächlich ruhiger wird oder ob ihm dieser Geruch völlig egal zu
sein scheint oder er sogar den Raum verlässt. Auch hier ist es sinnvoll,
nicht erst am Silvesterabend auszuprobieren, welche Reaktionen Ihr Hund
zeigt, fangen Sie ruhig schon ein bis zwei Wochen vorher damit an. Auf gar
keinen Fall sollten Sie die ebenfalls erhältlichen D.A.P.-Halsbänder
verwenden, denn einmal angelegt kann der Hund sich eben nicht mehr frei
entscheiden, ob er den Geruch sucht oder meidet, sondern ist ihm
ausgeliefert. Interessant ist, dass der Hersteller anfangs, als es nur die
Stecker gab, selbst ausdrücklich darauf hinwies, wie wichtig es ist, dem
Hund die Möglichkeit zum Ausweichen zu geben. Trotzdem hat er dann die
Halsbänder und auch noch ein Spray auf den Markt gebracht. Man macht sich so
seine Gedanken, was hinter diesem Sinneswandel steckt...
Für viele Menschen ist übrigens unklar, warum Hunde gerade vor Silvester
so große Angst haben. Manchmal sogar solche, die zum Beispiel keine Probleme
mit Schüssen oder Gewitter haben. Der Grund liegt wahrscheinlich darin, dass
durch die Knallerei gleich mehrere Sinne deutlich überstrapaziert werden:
Der Gehörsinn durch den Lärm, der Gesichtssinn (die Augen) durch die
ungewohnten und in großer Anzahl auftretenden Lichtreflexe und der
Geruchssinn durch den Gestank, den die Böller verursachen und der ebenfalls
ungewohnt ist für den Hund.
Abschließend wünsche ich Ihnen und Ihrem Hund (oder Ihren Hunden) eine
möglichst ereignislose Silvesternacht und hoffe, dass die hier
zusammengefassten Tipps helfen, mit möglichst viel Ruhe und Frieden ins neue
Jahr zu kommen!
© Clarissa v. Reinhardt
animal learn
P.S.: Als Autorin erlaube ich ausdrücklich, diesen Text ungekürzt,
unverändert und unter Nennung der o.g. Quelle weiträumig zu verbreiten. Wenn
Sie ihn erhalten haben, freue ich mich, wenn Sie ihn an Freunde und Bekannte
weiter schicken, ihn in Foren oder auch gern auf Ihre eigene Homepage
stellen. Sie dürfen ihn auch ausdrucken, kopieren und verteilen. Desto mehr
Menschen er erreicht, desto mehr Tieren kann hoffentlich geholfen werden :-)
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Überlegen Sie sich gut eine Urlaubsfahrt
nach Holland, wenn Sie einen Hund mit
breitem Kopf und kurzem, glatten Fell
haben - Sie könnten ohne ihn nach Hause
kommen:
Es stellte sich die Frage, ob auch Hunde
von Touristen, die wie Pitbull
und deren Mixe aussehen, in den
Niederlanden beschlagnahmt und getötet
werden können. Hier ist die Antwort der
niederländischen Botschaft in Berlin:
"Vielen Dank für
Ihre Anfrage vom 20. April 2007, die wir
vom niederländischen General-Konsulat in
Düsseldorf erhielten. Seit 1993 ist die
Einfuhr in die Niederlande von Hunden
des Typs Pitbull-Terrier verboten. Dies
sind Hunde, die in wesentlichem Maße den
Kennzeichen entsprechen, die in der
Regelung über aggressive Tiere (RAD)
aufgeführt sind. Für Hunde, die sehr den
Pitbullartigen gleichen, wie z. B. den
amerikanischen Staffordshire-Terrier und
den Bullterrier, gilt, dass sie nur dann
erlaubt sind, wenn sie einen durch die
Fédération Cynologique Internationale
(FCI) anerkannten Stammbaum haben.
Hiervon kann keine Ausnahme gemacht
werden; auch nicht für die Hunde, die
allen deutschen Regelungen genügen.
Wenn man in den Niederlanden mit o.a.
Hundetyp, dessen Einfuhr in die
Niederlande verboten ist, angehalten
wird, dann wird der Hund beschlagnahmt.
Mit freundlichem Gruß, Josephina Lambeck
Botschaft des Königreichs der
Niederlande, Büro für Landwirtschaft,
Natur und Lebensmittelqualität
Klosterstraße 50, 10179 Berlin, Telefon:
030 20956 480, Telefax: 030 20956 481"
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| Vorsicht bei
Urlaubsfahrt nach Dänemark Aus Tasso-Newsletter vom
26.07.2007:
Dänemark gilt als eines der beliebtesten Urlaubsländer Europas. Nicht
ohne Grund: lange, oft einsame Strände bieten Entspannung pur, weitläufige
Wälder, idyllische Heidegebiete und Wiesen laden zum stundenlangen
Spazierengehen ein. Ideale Voraussetzungen für den Urlaub mit Hund.
Diese Idylle kann sich ganz schnell in einen Albtraum verwandeln. Dann
nämlich, wenn der Vierbeiner entlaufen sollte und nicht binnen 3 Tagen
wieder bei seinem Besitzer ist. Denn genau nach diesen drei Tagen kann
der Hund von den Behörden – meist der Polizei - ohne weiteres eingeschläfert
werden. So sieht es das dänische Hundegesetz vor. “Drei Tage sind
keine Zeit! Im Durchschnitt dauert es fünf Tage, bis wir einen Hund
zurückvermitteln.”, erklärt Andrea Thümmel von der Tierschutzorganisation
TASSO.
“In Dänemark kennt man ein Tierheimsystem wie in Deutschland nicht. Dazu
kommt, dass der entlaufene Hund sich in einer für ihn ganz unbekannten
Gegend befindet. Faktoren, die die Suche zusätzlich erschweren.” warnt
Thümmel vor der oft unterschätzen Gefahr. TASSO empfiehlt allen
Dänemark-Urlaubern mit Hund, ihr Tier vor Reiseantritt registrieren zu
lassen und den Hund nicht ohne Plakette am Halsband laufen zu lassen. Denn
die dänischen Behörden sind sehr wohl bemüht, ein Fundtier
zurückzuvermitteln. Dafür werden in der lokalen Presse Anzeigen geschalten
und gegebenenfalls die ausländischen Polizeibehörden informiert. Wenn
ersichtlich ist, dass es sich um ein Tier aus dem Ausland handelt.
Aber ohne Kennzeichnung durch Chip, ohne Registrierungsplakette oder
wenigstens einer Telefonnummer des Besitzers können auch die dänischen
Behörden nichts unternehmen. “Die kostenlose Registrierung sollte für jeden
Tierliebhaber eine Selbstverständlichkeit sein.”, ermutigt Andrea Thümmel.
QUELLE:
www.tasso.net
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| Hundeparasit und
Kälbersterben Immer wieder kommt es zu Streit zwischen
Landwirten und Hundehaltern, die ihre Hunde auf landwirtschaftlichen
Nutzflächen laufen lassen. Der Grund dafür liegt in der Sorge der Landwirte,
über abgesetzten Hundekot könnten bestimmte Parasiten auf die Felder und
damit in das Grünfutter des Kuhbestandes gelangen, die Ursache seien für
vermehrte Fehl- oder Kälbertotgeburten.
Es gibt in der Tat einen protozoären (einzelligen) Parasiten - Neospora
Caninum -, der zu Kälberabortus führt. Dieser Parasit kann auch über den Kot
infizierter Hunde, die als Endwirte gelten, übertragen werden. Nach
aktuellen wissenschaftlichen Studien können Hunde sich allerdings nur
dadurch infizieren, dass sie Nachgeburten, Abortmaterial oder
Gebärmutterausfluss bereits infizierter Kühe aufnehmen (!). Es liegt auf der
Hand, dass es sich bei infizierten Hunden allenfalls um die eigenen Hofhunde
des Landwirtes handeln kann, die mit entsprechendem Material gefüttert
wurden oder auf sonstigem Wege damit in Kontakt kamen. Die
Wahrscheinlichkeit, dass ein Hund, der nicht auf einem Hof mit
Rinderwirtschaft gehalten wird, sich mit Neospora Caninum infiziert, ist,
wie auch das Bayerische Landsamt für Gesundheit und Lebensmittelschutz
bestätigt, gleich null (!)
Im übrigen wurden bisher weltweit erst drei (!) Fälle publiziert, in
denen bei einem infizierten Hund Neospora Caninum im Kot nachgewiesen wurde
(McGerry, J Parasitol. 2003, Jun; 89 [3]: 628-30).
Der Neosporose-Experte Prof. Bruno Gottstein, Direktor des Instituts für
Parasitologie der Universität Bern weist ergänzend darauf hin, dass die
Übertragung von Neospora Caninum in mehr als 90% der Fälle “endogen
transplazentar”, also über die Plazenta des Muttertieres auf den
Kälberfötus, vonstatten gehe, dass also dem Hund als Überträger nur eine
untergeordnete Bedeutung zukomme. Dennoch: ein Restrisiko bleibt…Landwirten
ist deshalb dringend anzuraten, ihre Hunde nicht mit Nachgeburten oder
Abortmaterial zu füttern und dafür zu sorgen, dass sie auch mit auf den
Misthaufen geworfenem Material nicht in Kontakt kommen, sowie im Stall
keinen Gebärmutterausfluss aufschlecken können. Damit ist die Gefahr der
Übertragung von Neospora Caninum durch Hundekot praktisch ausgeschlossen.
Im Klartext: Das von Hunden ausgehende Neosporose-Risiko geht
tatsächlich von den Landwirten selbst aus. Hunde, die keine Nachgeburten
oder dergleichen zu fressen bekommen, können nicht infiziert sein und
stellen insofern auch keine Gefahr dar.
QUELLE: www.4paws.net
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Eine Geschichte zum Nachdenken
"Wie konntest Du?"
Als
ich noch ein Welpe war, unterhielt ich
dich mit meinen Mätzchen und brachte
dich zum Lachen. Du nanntest mich "dein
Kind" und trotz einer Anzahl von
gekauten Schuhen und einigen Sofakissen,
die ich "ermordete", wurde ich dein
bester Freund. Wann immer ich
"ungezogen" war, zeigtest du mir mahnend
den Zeigefinger und sagtest: "Wie
konntest Du?" - aber dann hattest du
dich sofort erweichen lassen und
rolltest mich zur Seite, um meinen Bauch
zu kraulen. Meine Aufenthalte in der
Wohnung wurden während deines Studiums
immer länger, aber ich riss mich
zusammen. Ich erinnere mich an jene
Nächte, als ich mich an dich im Bett
ganze nahe anschmiegte und dir zuhörte,
wie du im Schlaf gesprochen hattest und
ich glaubte, dass das Leben nicht
vollkommener sein könnte. Wir gingen in
den Park, um dort lange spazieren zu
gehen oder um herumzutollen, wir fuhren
mit dem Auto irgendwohin, kauften uns
ein Eis (ich erhielt nur den Rest der
Waffel mit ein wenig Eis, weil, "zuviel
Eiscreme ist für Hunde nicht gesund",
sagtest Du), und ich hielt im
Sonnenstrahl, der durch die Balkontüre
ins Wohnzimmer hinein schien, ein langes
Schläfchen und wartete so, bis du von
der Arbeit nach Hause kamst.
Allmählich
verbrachtes du mehr Zeit auf der Arbeit
als zu Hause mit mir, um "Karriere" zu
machen. Auch verbrachtest du nun sehr
viel Zeit damit, um einen "menschlichen
Partner" finden zu können. Ich wartete
immer geduldig auf dich, tröstete dich
bei Liebeskummer und deinen
Enttäuschungen und freute mich ebenso
mit dir, als du Erfolg bei einer Frau
hattest. Sie, jetzt ist sie deine
Ehefrau, ist kein "Hundeliebhaber", aber
trotzdem begrüßte ich sie in unserem
Heim, respektiere sie und zeigte ihr,
dass ich sie mag. Ich war glücklich,
weil du glücklich warst!
Dann kam die
Zeit, in der Babys zur Welt kamen. Ich
teilte die Aufregung mit dir. Ich war
von der glatten Haut und vom angenehmen
Geruch des Babys fasziniert, so dass
auch ich sie bemuttern wollte. Aber du
und deine Frau dachten nur daran, dass
ich den Kindern schaden und sie
verletzen könnte. Daher musste ich die
meiste Zeit nun verbannt in einem
anderen Raum verbringen, Oh, wie ich sie
lieben wollte, aber es war mir vergönnt,
denn ich war ein "Gefangener der Liebe".
Während sie anfingen zu wachsen, wurde
ich ihr Freund. Sie zogen an meinem
Fell, griffen auf wackeligen Beinen nach
mir, stießen ihre Finger in meine Augen,
forschten an meinen Ohren und gaben mir
Küsse auf meine Schnauze.
Ich liebte alles
an ihnen, besonders ihre Berührungen,
weil Deine so selten wurden. Ich war
soweit, dass ich die Kinder notfalls mit
meinem Leben verteidigen würde. Ich war
soweit, in ihre Betten zu schleichen, um
ihren Sorgen und geheimsten Träume
zuzuhören. Zusammen mit ihnen das
Motorengeräusch deines Autos zu
erwarten, während du in die Einfahrt
fuhrst.
Vor langer Zeit,
als man dich fragte, ob du ein Haustier
hättest, zogst du aus deiner Brieftasche
ein Foto von mir und erzähltest mit
vollem Stolz über mich. Die letzten
Jahre antwortest du nur noch mit "Ja"
und wechselst das Thema. Ich war früher
"Dein Hund" und bin heute "nur ein
Hund"!
Dann hattest Du
eine neue Karrieregelegenheit in einer
anderen Stadt, und du und deine Familie
zogen in eine Wohnung, in der Haustiere
nicht erlaubt waren. Du hattest für dich
und deine Familie die richtige
Entscheidung zu finden, obwohl es einmal
eine Zeit gab, in der "ich" deine
Familie war.
Mann oh Mann,
hatte die Autofahrt Spaß gemacht, bis
ich bemerkte, wo wir angekommen waren.
Es roch nach Hunden und Katzen, nach
Furcht und nach Hoffnungslosigkeit. Du
fülltest Papiere aus und sagtest, dass
du wissen würdest, dass man ein gutes
Heim für mich finden würde. Die beiden
Damen hinter der Theke zuckten mit den
Achseln und zeigten dir einen
geschmerzten Blick. Sie verstanden die
Wirklichkeit, der ein Hund mittleren
Alters gegenüberstand, ja sogar ein Hund
mit "Papieren", Du hattest die Finger
deines Sohnes von meinem Halsband lösen
müssen, während er weinend schrie "Nein
Papa, bitte lass mir meinen Hund nicht
wegnehmen!" Ich wunderte mich in diesem
Moment nur, wie du ihm gerade Lektionen
über Freundschaft und Loyalität, über
Liebe und Verantwortlichkeit beibringen
konntest. Zum Abschied gabst du mir
einen Klaps auf den Kopf, vermiedest
dabei, mir in meine Augen zu schauen und
lehntest höflich ab, mein Halsband und
meine Leine mitzunehmen. Du hattest
einen Termin einzuhalten, nun habe ich
auch einen! Kurz nachdem du gegangen
warst, sagten die zwei netten Damen,
dass du vermutlich Monate voraus vom
Umzug wusstest und somit auch eine
Möglichkeit vorhanden gewesen sein
musste, einen "guten Platz" für mich zu
finden. Sie schüttelten ihre Köpfe und
fragten sich ... "Wie konntest Du?"
Die beiden
netten Damen widmeten uns ihre ganze
Aufmerksamkeit, wann immer es ihre Zeit
zuließ. Sie fütterten uns täglich und
ausreichend, aber ich verlor meinen
Appetit bereits vor Tagen. Anfangs, wann
immer jemand an meinen Gehege vorbei
ging, hetzte ich zur Frontseite und
hoffte, dass du es bist, dass du deine
Meinung geändert hättest und dass alles
nur ein böser Traum war, oder ich
hoffte, dass es zumindest jemand sein
würde, der mich mögen könnte, der mich
retten würde.
Aber die
Wahrheit war, dass ich es nicht mit den
liebenswerten, kleinen und so
tolpatischen Welpen aufnehmen konnte.
Weltvergessen in meinem eigenen
Schicksal zog ich mich in einer weichen
Ecke zurück und wartete ab.
Eines Tages, es
war am Nachmittag, hörte ich Schritte.
Man holte mich ab, ich ging über einen
langen Korridor, bis ich an dessen Ende
einen Raum betrat. Es war ein seliger,
ruhiger Raum. Die Frau platzierte mich
auf einen Tisch, kraulte meine Ohren und
erklärt mir, dass ich mich nicht zu
sorgen hätte. Mein Herz schlug in voller
Erwartung auf das, was da kommen sollte.
Gleichzeitig
hatte ich ein Gefühl der Entlastung.
Mir, dem Gefangenen der Liebe, gingen
die Tage aus. Gemäß meiner Natur war ich
mehr um die nette Frau besorgt, als um
mich selbst. Ich erkannte, dass sie eine
Belastung trägt, die tonnenschwer sein
musste. Sie platzierte leicht einen
Aderlass um mein Vorderbein, während
eine Träne ihre Wange hinunterkullerte.
Ich leckte ihre
Hand
in der gleichen Art und Weise, wie ich
es bereits Jahre vorher tat, um dich zu
trösten. Sie schob sachverständig die
hypodermatische Nadel in meine Vene.
Nachdem ich den Einstich und den
Eintritt der kühlenden Flüssigkeit in
meinen Körper verspürte, lehnte ich mich
schläfrig zurück, schaute dabei in ihre
freundlichen Augen und murmelte: "Wie
konntest Du?". Möglicherweise verstand
sie meine Hundesprache, denn sie sagte,
"Es tut mir leid!". Sie umarmte mich
hastig und erklärte, dass es ihr Job
sei, mir einen besseren Platz zu
verschaffen, wo ich nicht ignoriert,
missbraucht oder verlassen würde. Einem
Platz, an dem ich mich nicht verstecken
müsse, einen Platz der Liebe und des
Lichts, der so anders sei als auf Erden.
Mit meinem
letzten Bissen von Energie wedelte ich
mit meinem Schwanz und versuchte ihr so
zu sagen, dass mein "Wie konntest Du?",
nicht gegen sie gerichtet war. Ich dacht
an dich, mein geliebtes Herrchen. Ich
werde immer an dich denken und auf dich
warten. Möge jeder dir in deinem Leben
immer diese Loyalität zeigen.
Einige Worte des
Autors:
Wenn "Wie
konntest Du?" Tränen in Ihre Augen
trieb, dann erging es Ihnen genauso wie
mir, als ich dies schrieb. Jedermann ist
es erlaubt diese Geschichte
weiterzugeben, solange es einem nicht
kommerziellen Zweck dient. Erklären Sie
der Öffentlichkeit, dass die
Entscheidung, ein Haustier in eine
Familie aufzunehmen, eine wichtige für
das Leben ist, dass Tiere unsere Liebe
und unseren Respekt verdienen.
Jim Willis
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