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Unsere
vernachlässigte Leica
Auf dem Tierhof seit Januar 2012
Die 2002 geborene Leica stammt aus einem Haushalt mit sechs
Hunden und sechs Kindern. Alle haben noch
nie frische Luft bekommen und lebten
ausschließlich im Haus! Die Kinder stanken
so sehr nach Hundekot und Urin, dass
letztendlich das Jugendamt einschritt. Sie
forderten, dass entweder die Hunde wegkommen
oder die Kinder!
Nach zehn Jahren Gefängnis lebt Leica
jetzt richtig auf. Sie findet es toll, nach
eigenem Ermessen hinein oder hinaus zu
können. Sie ist fröhlich und trotz ihres
fortgeschrittenen Alters sehr
temperamentvoll! Leica saugt jede
Streicheleinheit auf wie ein Schwamm und
freut sich über jede Zuwendung.
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Unser Rettungshund Balou
Auf dem Tierhof seit August 2011
Der im Dezember 2005 geborene Balou
hat eine bewegte Vergangenheit hinter
sich. Nach seiner Ausbildung zum
Wasser-Rettungshund war der
Neufundländer drei Jahre lang in
Südfrankreich im Einsatz. Dort hat er
auch einige Menschen vor dem qualvollen
Ertrinkungstod gerettet. Leider nützten
ihm all seine Ruhmtaten gar nichts -
sein Besitzer gab ihn letztendlich aus
familiären Gründen ab. Dann wurde Balou
ein Wanderpokal: innerhalb kürzester
Zeit wurde er dreimal von einem Besitzer
zum nächsten weitergereicht. Sein
letztes Herrchen behielt ihn immerhin
zwei Jahre, jedoch kümmerte er sich
nicht besonders um ihn. Am Ende gab auch
er ihn wieder her, weil er sich seine
Ernährung nicht mehr leisten konnte.
Als Balou zu uns gebracht wurde, war
er in einem furchtbaren Zustand. Sein
Fell war total verfilzt und wenn man
sich die Mühe machte, sich durch die
Filzplatten durchzukämpfen, konnte man
beim Streicheln alle Rippen fühlen.
Trotzdem ist Balou ein total
freundlicher, lieber und gutmütiger
Hund, der sich von der ersten Minute an
mit allen anderen Gnadenbrot-Hunden und
-Katzen verstand.
Wir brachten Balou zum
Hundefrisör und nach der Schur - drei Stunden später
- wurde klar, wie dünn er wirklich war.
Er musste erst einmal gehörig
aufgepäppelt werden, was allerdings
nicht schwer fiel, denn Balou fraß wie
ein Scheunendrescher. Sechs Kilogramm
Trockenfutter am Tag waren da gar
nichts!
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Unsere
Parkhündin Carla
Auf dem Tierhof seit Mai 2011
Die ca. 2007 geborene Carla lebte in
einer kleinen Pariser Parkanlage. Dort
hatte sie liebe Menschen, die sie
täglich reichlich fütterten, sie hatte
genügend Wasser und in der unmittelbaren
Nachbarschaft wurde ihr sogar ein
Unterschlupf zur Verfügung gestellt, den
sie auch dankbar annahm.
Alles lief gut für Carla - bis das
Gelände verkauft wurde. Der neue
Investor störte sich an der Hündin und
veranlasste, dass sie beseitigt wird.
Der Erschießungstermin war bereits
anberaumt und Carla sollte binnen
weniger Tage umgebracht werden. Eine
liebe Pariser Tierschützerin, die auch
Carlas Bezugsperson war, wollte nicht
aufgeben und suchte verzweifelt einen
Verein, der die arme Hündin aufnimmt.
Am Anfang war es für Carla ganz
schlimm, Mauern um sich zu haben.
Schließlich war sie in der Vergangenheit
frei wie ein Vogel. Aber langsam hat sie
sich an den vorderen Tierhof-Bereich
gewöhnt und hat sich prima in das
Gnadenbrot-Rudel integriert. Geholfen
hat ihr dabei unser blindes Sorgenkind
Bella: die zwei haben sofort
Freundschaft geschlossen und sind
seither fast unzertrennlich und spielen,
was das Zeug hält :-)
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Unser Hundeopa Sai
Auf dem Tierhof seit Mai 2009
Sai
ist ein im Jahr 1996 geborener Picard,
der den größten Teil seines Lebens in
Frankreich lebte. Sein Herrchen war
alkoholkrank, was so weit ging, dass er
eines Tages in Gewahrsam kam. Sein Hund
Sai wurde in eine Tötungsstation nach
Paris gebracht, da er einen großen
Hodentumor hatte und niemand in den
alten Hund noch etwas "investieren"
wollte. Zu Sais Glück wurde er dort von
jemandem entdeckt, herausgeholt und mit
nach Deutschland gebracht, wo er auch
erfolgreich operiert wurde. Leider
konnte ihn seine Retterin nicht selbst
behalten und so kam Sai zu uns in
Pension.
Sai fühlte sich von der
ersten Minute an in unserem
Gnadenhofbereich so wohl und zeigte sich
so unglaublich glücklich, dass wir es
nicht übers Herz gebracht hätten, ihm
dieses späte Glück noch einmal
wegzunehmen.
So lebt der rüstige Opa
fest auf unserem
Gnadenhof. Und als ob er sich seinen
Aufenthalt bei uns "verdienen" möchte,
macht er sich nützlich wo immer er kann.
Er hilft unseren Helfern beim Pferde
hinaus- und hineinführen, passt auf alle
auf und macht sich auch zur Freude
unserer Helfer beim Pferdeboxen
Einstreuen supernützlich! Das Einstreu
ist nämlich zu Ballen gepresst, welches
man mit der Schaufel vom Ballen trennen
und anschließend mit Muskelkraft
zerkleinern muss. Sobald Sai sieht, dass
sich jemand mit der Schubkarre dem
Einstreu nähert, rennt er schon voller
Freude voraus und buddelt sich mit den
Pfoten durch den Einstreuballen, so dass
die Helfer nur noch das fertige Produkt
aufschaufeln müssen :-))) Er ist eine
wahre Hilfe und wir wünschen ihm, dass
er noch viele Jahre so rüstig und
glücklich sein darf, wie er es derzeit
ist!
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Unsere blinde Bärbel
Auf dem Tierhof seit März 2009
Die im Jahr 2000
geborene französische Bulldogge kam zu uns,
weil man sie
nicht mehr haben wollte, nachdem sie nur noch
ein Auge hatte. Das entsprach wohl nicht mehr
dem Rassestandard.
Warum sie ihr linkes
Auge verloren hat, wollte man uns nicht
sagen. Aber auch das rechte Auge hatte
nicht mehr die volle Sehkraft - der
Graue Star nagte unaufhaltsam daran und
mittlerweile ist die kleine Maus ganz
blind.
Bärbel kommt jedoch wunderbar mit ihrem
Handicap zurecht.
Das kleine
"Kompaktpaket" ist Lebensfreude pur! Sie
fühlt sich auf dem Tierhof im Rudel der
anderen Gnadenbrot-Hunde pudelwohl, ist
neugierig und genießt jede Zuwendung und
Streicheleinheit. Und sie hat sich ihre
Aufgabe auch schon selbst gestellt: sie
bewacht den Tierhof vor unbefugten
Eindringlingen! Fremde Hunde, die nicht
auf den Hof gehören, müssen erst mal
draußen bleiben, bis Rita den neuen
Tierhof-Wachhund ins Haus gebracht hat.
Aber es ist sowieso selbstredend, dass
ein Besucher mit einem fremden Hund, der
nicht zum Rudel gehört, nicht einfach
ohne Voranmeldung hereinkommt. Da bedarf
es keiner Bärbel, da ist Ärger auf jeden
Fall vorprogrammiert.
Unsere Tierhofkatzen
findet Bärbel klasse und Menschen
sowieso. Je mehr da sind, um sie zu
streicheln, desto besser :-)
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Unser
panischer Fobos
Auf dem Tierhof seit April 2005
Der im August 2004 geborene Schäferhund/ Collie-Mischling
hat seinen Namen absolut zu Recht: Fobos ist Griechisch
und bedeutet Angst. Und Angst hat er - panische Angst
vor Menschen. Wir wissen nicht, was man ihm angetan hat.
Fobos traut sich kaum aufrecht zu gehen und pinkelt vor
Panik unter sich, wenn er angesprochen wird. Jede Hand,
die auf ihn zukommt, empfindet er als Lebensbedrohung
und er möchte sich am liebsten unsichtbar machen.
Glücklicherweise ist er dabei nie aggressiv oder würde
gar aus Angst beißen - selbst das traut er sich nicht.
Der einzige Ort, wo er sich
sicher fühlt, ist bei Ritas Hunden im Haus. Nachts
schleicht er sich zu Rita ins Bett und den Tag verbringt
er mit seinen Kameraden im Haus bzw. dem eingezäunten
Garten. Ihnen gegenüber verhält er sich wie ein ganz
normaler Hund.
Wir möchten Fobos nicht
mehr der Tortur aussetzen, sich irgendwo anders
eingewöhnen zu müssen. Deshalb darf er weiter im
Rita-Rudel bleiben. Und wer weiß, vielleicht legt er ja
irgendwann einmal seine Angst ab...
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Unser
futterneidischer Mauro
Auf dem Tierhof seit August 2004
Der ca. 2002 geborene
Collie/Schäferhund-Mischling hat in seinem
bisherigen Leben wahrscheinlich um sein Futter schwer
kämpfen müssen. Daher hat er mit dem Fressen in
Gegenwart von Menschen ein Problem.
Wir übernahmen ihn von einem anderen
Tierheim. Mauros Verhalten gegenüber Menschen ist
grundehrlich: er zeigt sofort an, wenn ihm etwas zu viel
ist und dies gilt es ohne Verzögerung zu akzeptieren!
Alles ist in Ordnung, so lange kein
Essen im Spiel ist - sei es seine tägliche Futterration
oder nur ein banales Leckerli. So ist es praktisch
unmöglich, Mauro zu vermitteln, denn irgendwo liegt
immer etwas Essbaren herum und dann wird es wirklich
gefährlich.
So lebt Mauro in seinem gewohnten
Rhythmus bei uns. Die Hoffnung, dass er tatsächlich noch
"seine" Menschen findet, haben wir fast aufgegeben.
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Unser
Katzenhasser Giggo
Auf dem
Tierhof seit Dezember 2003
Der
2000 geborene Foxterrier-Mischling
ist ein ganz armer Kerl, denn er hat in
seinem Leben noch nichts anderes kennen
gelernt als nur Tierheim - und das schon
seit 10 Jahren!
Kein Wunder, dass er an Zwingerkoller
leidet. Giggo
reagiert mitunter etwas zickig,
wenn man ihn schimpft oder wenn er
jemand nicht kennt. Deshalb ist es bei
ihm auch nicht ratsam, einfach so durch
die Gitterstäbe zu greifen! Bei Leuten,
die er kennt, sind Streicheleinheiten für ihn
jedoch das
Größte.
Giggos Vermittlung
scheiterte regelmäßig, weil er sich
nicht gerade wie ein Gentleman-Hund
benimmt: Wenn Menschen kommen,
präsentiert er sich "unter aller Sau",
springt mit allen Vieren gegen die
Gitterstäbe, bellt wie verrückt und gibt
sich so, als wäre er völlig
übergeschnappt. Was gar nicht stimmt,
denn wenn man sich die Mühe macht und
sich mit ihm beschäftigt, ist er ein
ganz lieber Hund. Das einzige, was er
überhaupt nicht leiden kann, sind Katzen
- die hat er buchstäblich zum Fressen
gern.
Mittlerweile merkt
Giggo auch sein Alter: der arme Kerl leidet an
Arthrose, die wir mit Medikamenten
behandeln.
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